Je mehr wir unser Selbst verwirklichen, desto weniger scheint es unser 'Ego' zu sein, so als ob die Weltseele (Anima Mundi) lediglich den Wunsch hätte, sich durch unsere Augen selbst zu reflektieren.
Patrick Harpur, A Complete Guide to the Soul
Je mehr wir unser Selbst verwirklichen, desto weniger scheint es unser 'Ego' zu sein, so als ob die Weltseele (Anima Mundi) lediglich den Wunsch hätte, sich durch unsere Augen selbst zu reflektieren.
Patrick Harpur, A Complete Guide to the Soul
Wir können Mysterien nicht lösen – wir können nur in sie eintreten; und dann sind wir es, die gelöst oder aufgelöst werden – transformiert auf eine Weise, dass wir das ‚Problem' ganz anders wahrnehmen.
Patrick Harpur, A Complete Guide to the Soul
Patrick Harpur, A Complete Guide to the Soul
Um 8:00 und um 17:00 sind in jedem Land die Menschen eingeladen, auf ihre eigene Weise zu meditieren. «Fliessende Meditation (freies Kommen und Gehen), ohne Texte, zwangloses gemeinsames Meditieren».
Den Zoom-link stellt WCCM Schweiz auf Ihrer Website zur Verfügung:
(Ausführliche Infos dazu im Impuls von gestern.)
Um 8:00 und um 17:00 sind in jedem Land die Menschen eingeladen, auf ihre eigene Weise zu meditieren. «Fliessende Meditation (freies Kommen und Gehen), ohne Texte, zwangloses gemeinsames Meditieren».
Den Zoom-link stellt WCCM Schweiz auf Ihrer Website zur Verfügung:
Eine frohe Adventszeit und liebe Grüsse
Madeleine zusammen mit
Claudia Jurt Steiger WCCM Schweiz/Suisse,
Christiane Floyd WCCM Deutschland
und Michael Harrison WCCM Österreich
INFORMATIONEN UND YOUTUBE-VIDEOS ZUM WORLD MEDITATION DAY
World Meditation Day | World Meditation Day (English)
Join Millions in Celebrating World Meditation Day-December 21, 2025 (Deutsche Untertitel)
Join Millions in Celebrating World Meditation Day-December 21, 2025 - YouTube (Soustitré en français)
Die Geburt Jesu hat keinen Nutzen für den Menschen, solange sie nicht in ihm selbst passiert, davon war nicht nur Angelus Silesius überzeugt, der diese Zeilen niederschrieb, sondern auch Meister Eckhart. Die konkrete Begegnung mit Gott ist das zentrale Element der Gottesgeburt, weil sie das wahre Wesen des Menschen, nämlich die Gottesebenbildlichkeit, hervortreten lässt. In der Gottesgeburt vollzieht sich jesuanisch gesprochen der Anbruch des Gottesreichs mitten unter uns, mitten im Hier und Jetzt. Und deshalb ist auch die Gottesgeburt ein nie endender Prozess, weil das Gottesreich selbst ewig ist.
Katharina Ceming: Advent bedeutet die Ankunft Gottes in der Welt - und in uns / 2019 Teilauszug
Erinnern wir uns daran, dass in den ersten fünfzehnhundert Jahren des Christentums Weihnachten immer unter dem Gedanken einer dreifachen Geburt, der göttlichen aus dem Vater, der fleischlichen aus der Mutter und der geistigen aus dem eigenen Herzen, gefeiert wurde. Unter dieser Voraussetzung erscheint Eckharts Aussage gar nicht mehr so kühn. Wenn alle Menschen Kinder des himmlischen Vaters sind, dann ist es Gottes Wonne, sich in seinen Kindern stets aufs Neue zu gebären. Es freuen sich nicht nur die Menschen darüber, dass Gott Mensch geworden ist, sondern Gott freut sich, wenn seine Geburt Platz findet in einer jeden menschlichen Seele. Eine Vorstellung, die dem zentralen Gedanken der christlichen Lehre, dass es um das Heil des Menschen geht, sicherlich näher kommt, als die Vorstellung, Gott wolle nur unsere Verdammnis.
Worum es den christlichen Mystikern wesentlich ging, war die persönliche Erfahrung dieser Geburt. Wer diese in der eigenen Seele nicht erlebt, kennt Gott nämlich nur vom Hörensagen, so fromm er auch sein mag. Oder noch radikaler formuliert: "Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir, du bleibst doch ewiglich verloren."
Katharina Ceming: Advent bedeutet die Ankunft Gottes in der Welt - und in uns / 2019 Teilauszug
Die Haltung der Stille oder Abgeschiedenheit ist das Mittel, mit dem das Seelengefäß gereinigt wird, damit sich Gott darin ergießen kann. Doch der Mensch bewirkt diese Geburt nicht, dies tut Gott selbst, wie Johannes Tauler, einer der großen mittelalterlichen Mystiker, in einer seiner Predigten ausdrücklich betont: "Dann wird Gott sicher kommen, er wird in dir geboren werden. Aber wann? Das überlass ihm; bei einigen in ihrem Alter, bei anderen in ihrer Todesstunde, das befiehl ihm!" Bei der Gottesgeburt geht es ganz wesentlich nicht ums Tun, sondern ums Lassen, um das Loslassen von allen selbstischen Bezügen, die den Menschen von Gott trennen.
Aus unserer Sicht mag die Tatsache, dass Gott sich in jede individuelle Seele stets aufs Neue gebären will, wie eine große Gnade erscheinen, doch in der Wahrnehmung der Mystiker ist es Gott selbst, der sich förmlich danach sehnt, diese Geburt im menschlichen Seelenfunken zu erleben. Bei Meister Eckhart heißt es in einer seiner Predigten: "Es ist Gott wertvoller, dass er geistig geboren werde von einer jeglichen Jungfrau oder von einer jeglichen guten Seele, als dass er von Maria leiblich geboren werde."
Katharina Ceming: Advent bedeutet die Ankunft Gottes in der Welt - und in uns / 2019 Teilauszug
In der Wüstenväter/müttertradition gibt es für diese Aufgabe des Menschen ein schönes Bild. Der Mensch muss das Gefäß, nämlich seine Seele, in das sich Gott ergießen soll, leeren und reinigen, denn in einen bereits gefüllten Krug passt nichts mehr hinein. Das, was den Krug randvoll gefüllt hat, ist der menschliche Eigenwille und alles, was ihn von Gott fernhält.
Um dieses Gefäß der menschlichen Seele zu reinigen, empfahlen fast alle großen Mystiker und Mystikerinnen den Weg der inneren Stille und Kontemplation. Meister Eckhart, einer der bedeutendsten Vertreter der Lehre der Gottesgeburt, nannte diese innere Stille oftmals die Abgeschiedenheit. Das Faszinierende an seiner Vorstellung von der Abgeschiedenheit ist, dass sie an keine räumliche Gegebenheit gebunden ist. Ein Bauer auf dem Feld kann in die gleiche innere Abgeschiedenheit gelangen, wie der Mönch oder die Nonne in ihrer Klosterzelle, da es sich hier um eine innere Haltung handelt.
Katharina Ceming: Advent bedeutet die Ankunft Gottes in der Welt - und in uns / 2019 TeilauszugUnd es kam der Moment,
da sie beschlossen,
ihren eigenen Rhythmen zu folgen,
den inneren Gezeiten zu lauschen,
im Einklang mit den Bewegungen der Natur...
„Die Lehre von der Gottesgeburt in der Seele eines jeden Gläubigen wurde in der christlichen Mystik noch einmal stark gemacht. Den Mystikern und Mystikerinnen ging es dabei nicht um das Erleben eines Gefühlsrauschs, wenn sie von der Gottesgeburt im Seelenfunken sprachen, sondern darum, im eigenen Leben zu erfahren, was es heißt, durch und durch in und aus Gott neu geboren zu werden. Die Voraussetzung dafür, dass die je individuelle Geburt Gottes im Seelenfunken stattfinden kann, war natürlich die Geburt Gottes als Mensch in der Person Jesu.
In den Augen der Mystiker ist es Gottes ureigenster Wunsch, sich in jedem Menschen selbst zu gebären. Dennoch ist nicht jeder Mensch in der Lage, die Bedingungen, die dafür notwendig sind, zu schaffen. Dies hängt damit zusammen, dass die Gottesgeburt kein Ereignis ist, das sich im Menschen vollzieht, ohne dass dieser daran einen Anteil hätte. Ob wir diese Geburt in unserem innersten Seelenfünklein erfahren, hängt davon ab, ob wir dafür auch bereit sind. Hier haben die Mystiker von der frühen Zeit der christlichen Wüstenväter in Ägypten bis in die Neuzeit hinein immer betont, dass es Aufgabe des Menschen sei, sich dafür vorzubereiten."